Kategorie-Archiv: Abenteuer

Mt. Kilimanjaro 2010 via Lemosho

27-07-2010 – Mti Kubwa – 2800m

Die Expedition hat begonnen. Nach einer kurzen Nacht ging es schon frühmorgens los gen Kilimanjaro nach Londorossi. Dort angekommen wurde bezahlt, gewogen und gewartet. In der Zwischenzeit kam noch eine andere Gruppe an (3 deutsche, 2 österreicher) die sogar vor uns weiterfuhr. Wir dagegen erfuhren dass wir 10 (!!!) Porter haben und sogar Stühle und ein Essenszelt. Kumbe! Nach einer weiteren Stunde Fahrt (der gute Mann beherrschte sein Fahrzeug!) kamen wir an den Beginn der Lemoshoroute. Erst gab es Lunchpakete zum essen und dann ging es los. Circa 3 Stunden hoch auf 2800meter in das Mti Kubwa-Camp (großer Baum). Die Wanderung war sehr schön, auf und ab durch unberührten Dschungel, ab und zu sahen wir Affen, auch mal eine Elefantenspur. Im Camp trafen wir auf ein astreines Zelt und tranken Chai nachdem wir unsere Fahne gehisst hatten. Abends wird es hier schon gut kalt, aber wir sind guter Dinge, dass es nicht zu kalt wird.

 

28-07-2010 – Shira 1 – 3100m

Heute Morgen ging es nach einem erstaunlich guten Frühstück los auf die 2. Tagesetappe. Zuerst ging es gut hoch und runter durch den Wald, wo wir befanden, dass die Wanderstöcke ihr Geld wert waren. Und auf einmal waren alle Bäume weg und nur noch Büsche über. Und dann ging es Bergauf. Bis auf 3600m. Schließlich als wir ganz oben waren aßen wir unsere Lunchboxes und danach waren wir nur noch 30 Minuten bis zum Camp unterwegs. Dieses Camp haben wir für uns alleine und mit Blick auf den Berg. Nachts war es dann so kalt, dass am nächsten Morgen der Lagerplatz weiß vor Eis war.

29-07-2010 – Shira 2 – 3600m

Heute Morgen wachte ich schon vor Sonnenaufgang auf und sah den kompletten Lagerplatz mit Eis bedeckt. Nach wieder einem leckeren Frühstück ging es bald los gen Shira 2 Camp. Der Weg war ziemlich kurz, und heute spürte man die Kälte erstmals wirklich. Es ging circa 500m Bergauf und die Büsche wurden immer seltener und wurden von viel Lavagestein abgelöst. In Shira 2 gab es Hotlunch und hier war sogar Handyempfang (wenn man das telefon gegen die 3meter hohe Antenne des Rangerpostens hielt). Die Flagge wurde gehisst (und war Fotomotiv für unzählige Touris) und nach einem Mittagsschlaf ging es zum akklimatisieren Bergauf gen Lava Tower (300m ca). Unterwegs waren nur noch Steine, Everlasting Flowers und mini Sträucher. Nachts bereiteten wir uns schonmal auf große Kälte vor die kommen sollte, und sie war dann auch alles andere als angenehm…

30-07-2010 – Lava Tower – 4600m

Heute war ein sehr anstrengender Tag. 1000 Höhenmeter hinauf, und bei jedem Schritt merkte man den Sauerstoff schwinden. Die ersten Kilometer liefen sich sehr ruhig und angenehm, da wir zu Beginn noch alleine waren und gut vorran kamen. Nach einiger Zeit kreuzten wir jedoch die Machame Route und waren gleich von einer Horde Touristen, Portern und Guides umgeben. Mit dieser Truppe ging es dann immer langsamer weiter gen Lava Tower, wo sich dann die Spreu vom Weizen trennte: Während alle anderen Touristen dann auf Barranco Hut hinabstiegen um über den Standardweg auf den Gipfel zu gelangen, waren wir die einzigen die es über Arrow Glacier, Western Breach und Crater versuchen würden. Nachmittags bestiegen wir mit unseren Guide auch noch den Lava Tower selbst (ca 60m Felsen beim gleichnamigen Camp) – Phänomenal!

31-07-2010 – Arrow Glacier – 4800m

Die heutige Nacht war der Horror. Ich habe kaum geschlafen, hatte Kopfschmerzen und es war Kalt. Letzteres war auch nach dem Aufstehen und Frühstück noch der Fall – die Kälte hatte sich durch alle Gliedmaßen gezogen. Anschließend ging es los gen Arrow Glacier. Der Aufstieg ging sehr steil aber auch sehr langsam vorwärts. Nur an einer Stelle musste geklettert weden, und so waren wir gut erstaunt, als wir schon nach zwei Stunden das Camp erreicht hatten. Hier efuhren wir auch dass dies wohl eine der härtesten Routen auf den Berg sein soll.

01-08-2010 – Crater Camp – 5600m

Nach einem eher beschwerlichen und gezwungenem Frühstück (zu dem Zeitpunkt war mir schon Kotzübel) ging es nun los auf die härteste Etappe des Aufstiegs mit Namen “Western Breach”. Vier Stunden ging es steil bergauf – teilweise laufend, teilweise kletternd, teilweise auf allen Vieren. 800 Meter bis auf die Craterebene. Quer durch Geröll, wo schon ein falscher Schritt teilweise das Ende hätte bedeuten können. Und das auf dieser Höhe. Nach schier unendlicher Schinderei (Kopfweh, Schwindel, Atemprobleme9 kamen wir endlich am Kraterrand an. Die letzten Meter zum Camp gingen dann vergleichsweiße leicht, und die Landschaft war da oben einfach Phänomenal. Gletscher, Eis, Geröll, Asche – und all das mitten in Afrika. Gegen Nachmittag dann ging es auf den Weg für die letzten ca 300 Meter bis zum Uhuru Peak, und so kamen wir nach nochmal  einer weiteren Stunde um genau 16 Uhr am Uhuru Peak an, und wir hatten es geschafft: Zu Fuß auf dem höchsten Berg Afrikas und dem höchsten freistehenden Berg der Welt – 5896m über Null!
IMG_6013
(meine Mitstreiter und ich)

02-08-2010 – Gate – 1800m

Den Abstieg am nächsten Morgen nach einer überraschend angenehmen Nacht im Crater Camp auf 5800m machten wir komplett an einem Tag: 4000 meter runter in 10 Stunden – die Knie schmerzten danach; wir kehrten aber gesund und wohlbehalten nach Arusha zurück!